Samstag, 17. Januar 2015

Nass und trübe

Nachdem es mal wieder passend zum Wochenende trüb und dunkel ist, musste beim gestrigen Einkauf nun doch schon mal ein Strauß Tulpen mit in den Einkaufswagen.



Ansonsten ist die vergangene Woche nicht anders wie die letzte verlaufen. Viel Arbeit im Büro und die ewige Diskussion mit meiner 90-jährigen Mutter, wie es weiter gehen soll. Sie lebt ca. eine halbe Autostunde von hier alleine in einer Wohnung in einem überschaubaren Mehrfamilienhaus (zum Glück mit Aufzug und sehr hilfreichen Nachbarn), ist geistig noch fit und selbstbestimmt, aber rein körperlich sehr gebrechlich. Inzwischen hat sie Pflegestufe 1  und wird von einem Pflegedienst ambulant betreut. In letzter Zeit häufen sich aber die häuslichen Unfälle und sie kann meistens vom Boden nicht mehr alleine aufstehen. Bisher hat sie nur Glück gehabt, dass ihr außer zwei gebrochenen Rippen und blauen Flecken nichts passiert ist. Ihren Notrufknopf druckt sie nur, wenn es gar nicht anders mehr geht, denn 'die lassen sie immer ins Krankenhaus bringen' und dort will sie nicht mehr hin. Wir haben ihr jetzt alle dringend geraten, sich in einem der örtlichen Heime wenigstens vormerken zu lassen, aber das weist sie vehement von sich, denn sie will 'in ihrem Bett' sterben. Bisher hat sie auch schon so einige Vorfälle verheimlicht, da sie dann einfach erklärt, ihre Kinder sind im Moment nicht erreichbar und sie hat sich auch schon aus dem Krankenhaus auf eigene Verantwortung wieder nach Hause bringen lassen. Das Ganze kostet schon einige Nerven, aber wir können ja nicht einfach über ihren Kopf hinweg entscheiden. Ich bin ja schon froh, dass sie ihre Pflegestufe und die Betreuung durch den Pflegedienst akzeptiert hat. Wir hatten auch mal 'Essen auf Rädern' für sie bestellt, aber dass hat sie selber wieder abbestellt, da ihr das Essen nicht schmeckt. Sie bevorzugt Tiefkühlfertigessen  oder Griebrei. Mit ihrem eisernen Willen schafft sie es vermutlich noch eine Weile, den Alltag irgendwie zu bewältigen, aber besser wird die gesamte Situation sicher nicht..... Wir können nur abwarten und dann von Fall zu Fall entscheiden.

Kommentare:

  1. Oh - diese Situation kommt mir bekannt vor ... Bei uns müssen jetzt einfach Nägel mit Köpfen gemacht werden, nicht alles kann so laufen, wie meine Eltern das möchten. Meine Mutter ist körperlich uns psychisch mit der pflege vom ab und an dementen Papa überfordert. Das geht so nicht weiter ...
    Ach ja ...
    Ich werde mir auch gleich den Frühling ins Haus holen, Blümchen heitern mich immer auf ;-)
    Dir ein schönes, erholsames Wochenende, liebe Grüße, Anette

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  2. Es ist schwierig, wenn Eltern nicht hören wollen und auf ihrer "Elternrolle" bestehen. Letztlich müssen sie dann schmerzhafte Erfahrungen machen oder aber doch auf die "Kinder" hören. Ich wünsche dir Geduld und Kraft, du wirst es schaffen.
    Herzlich, do

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  3. Liebe Bellana,
    das ist wirklich eine sehr schwierige Situation. Wir haben das zweimal mitgemacht, einmal mit meiner Mutter, einmal mit meiner Schwiegermutter. Ich kenne das alles, auch den Notrufknopf, der nie umgehängt ist, wenn er gebraucht wird und so weiter. Bei meiner Schwiegermutter hatten wir zum Schluss eine Rundumbetreuung - teuer, aber die einzige Lösung. Es kostet viel Kraft und die wünsche ich dir. - Bei uns ist das Wetter heute ganz brauchbar. Man kann immerhin ein bisschen was im Garten machen. Deine Tulpen gefallen mir.
    Herzliche Grüße und ein angenehmes Wochenende -
    Elke

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  4. Liebe Bellana,
    auch ich kenne diese schwierige Situation aus meinem eigenen Erleben mit meiner Mutter. Das Ganze kostet unendlich viel Kraft und ich drücke Dir (Euch) die Daumen, dass ihr die Probleme in jeder Hinsicht gut übersteht.
    Da bringt so ein blumig frischer Strauß das kleine Glück zu Dir ins Haus und zaubert ein Lächeln!
    Ganz liebe Grüße und ein angenehmes Wochenende
    moni

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  5. Wir erleben es zu Zeit auch mit den Schwiegereltern. Beide Mitte 80 und wollen keine Pflegestufe beantragen. Also klingelt öfter des nachts das Telefon, weil es der Schwiemu mal wieder herz- und kreislaufmäßig mies geht! Bloß nicht ins Krankenhaus!!! Das zehrt echt an den Nerven.

    Ich versuche Göga klar zu machen, dass es nicht weiter gehen kann, da sein Vater auch Zeichen von Demenz zeigt, womit seine Mutter dann total überfordert ist! Es muss auf jeden Fall etwas gesehen, denn den Notrufknopf haben sie bisher nicht genutzt, wegen der Panik dann ins KH zu kommen!

    Ich kann dich so gut verstehen.

    Deine Tulpen gefallen mir sehr, diese Farbe mag ich besonders!

    Herzliche Grüße :-)

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